Zum Finale der Deutschen Enduro Meisterschaft hatte der MSC Fränkische Schweiz in Streitberg noch einmal eine anspruchsvolle Veranstaltung auf die Beine gestellt. Rund 65 Kilometer Etappe und drei abwechslungsreiche Sonderprüfungen verlangten den Teilnehmern körperlich und fahrerisch alles ab. Neben schnellen Ackerpassagen mit Motocross-Anteilen warteten technisch anspruchsvolle Waldabschnitte und steile Auffahrten, die insbesondere nach den Regenfällen der Vortage zu einer echten Herausforderung wurden. Besonders der erstmals ausgetragene Bechtold Canyon sorgte mit seiner knackigen Auffahrt im Nadelwald für zusätzliche Schwierigkeiten und forderte die Fahrer bereits in der ersten Runde.
Auch die äußeren Bedingungen machten das Saisonfinale zu einer besonderen Herausforderung. Nachdem am Samstag starker Regen eingesetzt hatte, starteten die ersten Fahrer am Sonntagmorgen bei dichtem Nebel und eingeschränkter Sicht in den Renntag. Vor allem die steinigen und aufgeweichten Passagen verlangten viel Gefühl und eine gute Traktionskontrolle. Im Laufe des Tages besserten sich die Bedingungen zunehmend, die Temperaturen stiegen und gegen Ende zeigte sich sogar noch die Sonne. Damit fand die Saison der Deutschen Enduro Meisterschaft nach einem fordernden Renntag einen versöhnlichen Abschluss.
Stimmen der Fahrer
„Von der Strecke her war es die geilste Veranstaltung des ganzen Jahres“, zeigte sich Kevin Nieschalk vom Saisonfinale in Streitberg begeistert. Besonders die anspruchsvolle Etappe mit ihren zahlreichen Auf- und Abfahrten gefiel ihm. Mit der ersten Sonderprüfung war er hingegen weniger zufrieden, da ihm der enge Waldabschnitt zu wenig flüssig angelegt war.
Sportlich lief es für Kevin nicht wie erhofft. Vor allem in der ersten Sonderprüfung hatte er große Probleme, die notwendige Traktion aufzubauen. Die Kombination aus Mediumreifen und relativ frischem Moos erwies sich auf dem steinigen Untergrund als ungünstig und kostete ihn wertvolle Zeit. Auch auf der Etappe hatte er mit einigen Auffahrten zu kämpfen. Mit seinem Ergebnis blieb er deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Dennoch blickt Kevin nach vorn und will beim nächsten Rennen wieder angreifen.
Für Karl Weigelt begann das Saisonfinale denkbar ungünstig. Bereits in der ersten Sonderprüfung stürzte er nach einer Kollision mit einem Baum und verlor früh wertvolle Zeit. Auch im weiteren Rennverlauf blieb er nicht von Problemen verschont. Neben Schwierigkeiten im ersten Test kostete ihn ein verkeiltes Motorrad kurz vor dem Ziel in der dritten Runde erneut viel Zeit. Zusätzlich fiel zeitweise die Hinterradbremse aus.
Entsprechend enttäuschend fiel sein Fazit aus: „Streitberg war noch mal ein schlechter Abschluss für mich. Leider.“ Zum Saisonende bedankte sich Karl beim gesamten Team Sturm und allen Unterstützern. Nun richtet sich sein Blick auf die kommende Saison, in der es wieder besser laufen soll.
Kenny Riedel erwischte einen guten Start und konnte sich zwischenzeitlich bis auf den dritten Platz seiner Klasse vorarbeiten. Besonders auf dem Crosstest fand er einen guten Rhythmus und kam dort bestens zurecht. In den beiden Waldprüfungen verlor er allerdings zu viel Zeit und fiel noch auf den vierten Platz zurück.
Trotz des knapp verpassten Podiums zog Kenny ein positives Fazit: „Trotzdem war es ein sehr positiver Saisonabschluss.“ Mit seiner Leistung und dem Rennverlauf zeigte er sich insgesamt zufrieden.
Niclas Leon Kallmeyer hatte vor allem in der ersten Runde mit dem rutschigen Untergrund zu kämpfen. Er fand zunächst nicht das richtige Gefühl für das Motorrad. Mehrere gestürzte oder festgefahrene Fahrer behinderten ihn zusätzlich in den Waldprüfungen, wodurch er wertvolle Zeit verlor. Auch seine Verletzungen machten sich im Rennverlauf bemerkbar.
Ab der zweiten Runde fand Niclas zunehmend besser ins Rennen. Während ihm der steinige Boden in der ersten Enduroprüfung weiterhin Probleme bereitete, kam er auf dem Crosstest und in der zweiten Enduroprüfung deutlich besser zurecht. Mit dem Endergebnis war er zwar nicht vollständig zufrieden, konnte aber aus dem weiteren Rennverlauf Positives mitnehmen. Besonders die anspruchsvolle Etappe gefiel ihm: „An sich war es wirklich eine wunderschöne Etappe, auch mal was Knackiges mit drin.“
Sky Maddox Dombrowski lobte die abwechslungsreiche Streckenführung in Streitberg. Besonders der zweite Test mit seiner flüssigen Linienführung, dem Ackerabschnitt und dem Motocross-Anteil bereitete ihm viel Spaß. Auch den technisch anspruchsvollen ersten Test fand er gelungen, während ihm die dritte Prüfung weniger lag. Zusätzlich merkte er die teilweise ungünstigen Zeitvorgaben auf der Etappe kritisch an.
Sportlich überzeugte Sky mit einer starken Leistung und sicherte sich den zweiten Platz. Sein Fazit zur Strecke fiel eindeutig aus: „Streckentechnisch haben sie sich auf jeden Fall echt was bei gedacht und ne richtig geile Strecke gezaubert.“
Lisa Richter kam mit den anspruchsvollen Streckenverhältnissen und den schwierigen Wetterbedingungen sehr gut zurecht. Besonders die Ackerpassagen bereiteten ihr viel Freude. Insgesamt fühlte sie sich auf der Strecke wohl und konnte ihr fahrerisches Können überzeugend unter Beweis stellen.
Mit ihrer Leistung war sie entsprechend zufrieden: „Ich konnte endlich zeigen, dass ich vorne mithalten kann!“ Lisa gewann die Damenklasse und feierte damit einen gelungenen Saisonabschluss.
Weitere Ergebnisse
Auch in den weiteren Klassen gab es starke Leistungen zu feiern. Erik Neubert sicherte sich den ersten Platz in der Jugendklasse. Lisa Richter stand bei den Damen ebenfalls ganz oben auf dem Podium, dahinter konnte sich Vanessa Danz den 3. Platz sichern.
Dirk Peter gewann die Seniorenklasse, während René Uhle bei den Supersenioren den zehnten Platz erreichte.
Fazit
Das Finale der Deutschen Enduro Meisterschaft in Streitberg verlangte den Fahrern mit anspruchsvollen Sonderprüfungen, rutschigem Untergrund und schwierigen Wetterbedingungen noch einmal alles ab.
Für das Team Sturm gab es zum Saisonabschluss sowohl Grund zur Freude als auch einige enttäuschende Ergebnisse. Während Lisa Richter und Erik Neubert ihre Klassen gewannen, sicherte sich Sky Maddox Dombrowski einen starken zweiten Platz. Kenny Riedel verpasste das Podium nur knapp.
Damit geht eine fordernde Meisterschaftssaison zu Ende. Ein großer Dank gilt allen Fahrern, Helfern und Unterstützern, die das Team über die Saison hinweg begleitet haben. Nun richtet sich der Blick auf die kommende Saison.































